So wurde Renner XXL als Online Pure Player groß






Renner XXL

Groß in der Übergröße

 

Der niederbayrische Händler Gerhard Renner ist der Anbieter schlechthin auf dem Gebiet der Übergrößen. Wie stark er dort die Konkurrenz sieht – und welche Marke für ihn die beste ist. Mit der Nische der Übergrößen bei Outdoor-, Bike- und Skibekleidung erzielt Renner XXL (Buch am Erlbach bei Landshut) einen durchaus bemerkenswerten Jahresumsatz – und das als Online Pure Player.

 

Wie sind Sie darauf gekommen, ein Unternehmen mit einer solchen Spezialisierung ins Leben zu rufen?

 

Gerhard Renner: Wir sind ja eigentlich ganz breit gestartet, mit einem normalen Outdoor-Online-Shop. Dann aber ist das Geschäft immer schwieriger geworden, weil uns die großen Player einige Marktanteile weggenommen haben; wir waren einfach zu klein. Irgendwann hat sich abgezeichnet, dass diese Nische mit den Übergrößen gut funktioniert – von da an gab es für uns nur noch absolute Spezialisierung. Wir haben anfangs die Ware auch vor Ort angeboten, allerdings war das mehr ein Lagerverkauf als ein Ladengeschäft. Da der Online-Shop dann immer mehr gewachsen ist und sehr wenige Kunden vor Ort gekauft haben, haben wir unsere Zeit lieber dort investiert und den Lagerverkauf zurückgestellt.

 

Welchen Netto-Umsatz haben Sie 2018 erzielt? Wie haben sich die Umsätze in den vergangenen Jahren entwickelt?

 

Das waren 1,7 Mio. Euro. Im Jahr 2015 hatten wir ein Wachstum von über zwölf Prozent, 2016 ein Plus von über 16 Prozent und im Jahr 2017 gab es unser bisher bestes Jahr mit einem Zuwachs von über 21 Prozent.

 

Worauf ist die positive Entwicklung zurückzuführen?

 

Der Online-Markt wächst generell noch. Jedes Unternehmen, das sein Geschäft vernünftig macht, wächst im Online-Bereich. Grundsätzlich würde ich behaupten, dass wir einen guten Weg gefunden haben, um die meisten unserer Neukunden ab der ersten Bestellung zu Bestandskunden zu machen. Wir setzen alles auf Kundenservice, um auf dem Markt bestehen zu können. Die Kunden lieben es und wir haben wahnsinnigen Spaß daran, sie glücklich zu machen. Ganz nach unserem Motto: „Passt nicht gibt’s nicht!“ Außerdem investieren wir viel in unser Marketing, um auch Neukunden zu gewinnen.

 

Würden Sie sagen, dass Sie damals der erste spezialisierte Händler im Sportartikelbereich waren, der große Größen angeboten hat?

 

Ja, mir fällt kein zweiter ein. Unternehmen wie Hirmer machen das auch ein bisschen, aber ohne großen Fokus darauf. Außerdem gibt es einen Pfundskerl oder XXL, die aber nicht nur Sportbekleidung, sondern auch Anzüge verkaufen.

 

Mittlerweile gibt es ja mehrere auf diesen Bereich spezialisierte Anbieter – den Outdoor-shop.com, XXL-sizes.de oder Weingarten-grosse-groessen.de. Wie hart ist die Konkurrenz in dieser Nische?

 

Die Konkurrenz ist da – aber die belebt ja das Geschäft. Wir haben uns auf Bekleidung für draußen spezialisiert, alles was mit der Natur zu tun hat, egal ob das Wandern, Fahrradfahren, Spazierengehen, Mückenschutz, Fischen, Reiten usw. ist. Alle Produkte haben eine hochwertige Funktion, in der Bewegung Spaß macht. Die Konkurrenz bietet auch Fashion an – was wir nicht machen. Wir investieren sehr viel in Online-Marketing, probieren immer wieder neue Dinge, haben mal mehr Erfolg damit, mal weniger. Im Großen und Ganzen lohnt es sich und wir sind durch jahrelange SEO-Optimierung an einer sehr guten Position im Netz.

 

Bleibt genug vom Kuchen für alle Marktteilnehmer in dieser Übergrößennische übrig oder gibt es auch hier einen Verdrängungswettbewerb?

 

Es gibt einen Verdrängungswettbewerb, der jedes Jahr härter wird. Man darf nicht vergessen, dass auch die ganz Großen mittlerweile Übergrößen anbieten. Natürlich findet es der Kunde toll, wenn er alles aus einer Hand bekommt. Deshalb ist es für uns noch wichtiger geworden, eine persönliche Ebene mit dem Kunden aufzubauen. Der Kunde soll bei uns so behandelt werden, als wäre er in einem stationären Geschäft, und man nimmt sich Zeit für ihn und macht Dinge möglich, womit er vielleicht gar nicht gerechnet hat. Wir gehen auf den Kunden ein und nehmen ihn ernst. Da sind wir unseren Mitbewerbern voraus. Unsere Bewertungen sprechen hier für sich (grinst).

 

Wie hoch ist eigentlich Ihre Retourenquote?

 

Die liegt bei ca. 47 Prozent. Wir versuchen durch detaillierte Maßangaben bei den Angeboten, diese zu verringern. Bei uns liegt es hauptsächlich daran, dass unsere Kunden aufgrund der Über-, Kurz- oder Langgröße selbst nicht genau wissen, was ihnen gut passt. Es gibt bei den Herstellern leider immer wieder Unterschiede, sodass wir hier den ein oder anderen Lieferanten aussortiert haben, um unseren Kunden eine gute Passform zu bieten.

 

Sport 2000 hat über die Eigenmarke York eine Plus-Size-Kollektion für Frauen lanciert. Was sagen Sie dazu?

 

So eine Kollektion fände ich absolut interessant. Wir sind aber Mitglied im GMS Verbund (SportXtreme) und werden auch sehr gut unterstützt. Wir arbeiten zusätzlich sehr eng mit unseren Lieferanten zusammen und können so diverse SMU-Artikel (Anm. d. Red.: Special Makeup Unit = Artikel, die nur für einen Händler oder eine Händlergruppe produziert wurden) beziehen, wodurch wir Produkte anbieten können, die nicht jeder hat.

 

Sie arbeiten mit 16 Textilmarken zusammen. Wie gut funktioniert das?

 

Super. Marken wie Maier Sports oder Killtec sind absolut zuverlässige Lieferanten und bieten höchste Qualität – die Zusammenarbeit passt wunderbar. Für mich ist Maier Sports mit Abstand der innovativste Hersteller für Outdoor-Bekleidung, die Passform ist perfekt und die Qualität absolut hochwertig. Zudem gibt es ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wobei wir grundsätzlich genau auf solche Dinge achten, bevor wir ein Produkt in unser Sortiment nehmen.

 

Welche Verbindung haben Sie eigentlich zur TV-Abspeckshow „The Biggest Loser“, die seit vielen Jahren auf Sat.1 läuft?

 

Wir haben der Sendung damals Skibekleidung zur Verfügung gestellt, da es Dreharbeiten im Schnee gab. Das war so eine Geschichte, die man einfach mal ausprobiert hat, als die Anfrage kam.

 

 

Der Artikel erschien zuerst auf SAZsport.de.
Bildquelle: RennerXXL GmbH & Co. KG

 

Foto: Renner XXL

Das Team von Renner XXL: Stefanie Ducksch (Auszubildende zur Handelsfachwirtin), Belinda Biermeier (Prokuristin), Ramona Wallenberger (Kundenservice und Lager), Anna Kaeschner (Kunden­service und Lager), Gerhard Renner (Geschäftsführer) und Kirstin Kühnhackl-Beck (Buchhaltung)

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